Friedhof St. Michael Zug – Urnenwände in hainartiger Bepflanzung

Malerische Fächerahorne prägen den Bereich der Urnennischenwände als lockeren, lichtdurchfluteten Hain. Sechs Betonrahmen mit einer bildhaft in Erscheinung tretenden Natursteinfüllung aus bruchrohen Walliser Mauersteinen schieben sich bergwärts in den Hang und öffnen den Blick zum See. Das mörtellos geschichtete Material verleiht den Mauern einen blaugrauen bis gelblichen Farbton und vermittelt zu den goldenen, im Verlauf der Zeit abstumpfenden Messingplatten, in denen die Namen der Verstorbenen eingraviert sind.Das sorgfältige handwerkliche Einpassen der Mauersteine verweist auf die Tradition ländlicher Gebeinhäuser oder städtischer Katakomben und erinnert an den mit dem Friedhof stets verbundenen Aspekt der Totensammlung. Jeder einzelne Stein steht mit seiner farblichen und formalen Erscheinungsform für die Individualität der hier Bestatteten. Die Schwere der vermauerten 300 Tonnen Steine versinnbildlicht die Last vergangenen menschlichen Lebens.

 

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